Italien Westküste 2016

Unsere erste Reise mit dem eigenen Kastenwagen. Unsere Flitterwochen direkt nach der Hochzeit. Nur das Nötigste ist fertig geworden. Also wurde es ein Abenteuerurlaub ohne Nasszelle, nur mit Außendusche im Küchenblock vor der Schiebetür.

Bei bestem Wetter ging es los Richtung Süden. Deutlich gezeichnet von einer tollen Feier, schleppten wir uns bis nach Erding in die Therme. Die ist echt schön und riesig, aber für unsere kaputtgetanzten Gliedmaßen unergründlich. Wir haben uns entspannt und mittelmäßg gegessen. Selbst im Dunstkreis des ach so reichen Münchens wird in Bädern kein vernünftiges Essen angeboten. Hauptsache billig. Danach haben wir ein paar der gefühlt 1000 Rutschen ausprobiert. Das Schöne dort ist, man kann mit dem Aufzug die Treppen umgehen. Blöd ist, wenn die Aufzüge gesperrt sind, mit dem Hinweis „Bleibe fit, nutze die Treppen“…

Als wir dann im Solebecken kurz eingeschlafen sind, beschlossen wir nach Hause zu gehen. Die Nacht war himmlich. Richtig gemütlich im Siegbert geschlafen – wie Steine. Wir standen nicht auf dem Stellplatz, sondern auf dem normalen Parkplatz etwas abseits.

Tag 2

Morgens ging es dann erstmal in den Baumarkt – k*cken, Frühstücken und Brett gegen die nach vorn rutschenden Matratzen zuschneiden lassen. Direkt eingebaut und dann los, um dem inzwischen regnerischem Deutschland zu entkommen.

Als es in Östereich dann Platzregen gab beschlossen wir ohne Stop(p) bis zum Gardasee zu fahren. Schwager Manni versprach per Whatsapp besseres Wetter nach dem Brenner. Doch bis Trento änderte sich nix, was echt anstrengend war. Dann gabs endlich wieder Sonne.

Wir übernachteten in Colà/Lazise. Der Stellplatz gehört zu einer Therme und kostet 1 €/h. Ideal als Übernachtungsstop(p).

Der hoffentlich wenigstens seegenreiche Regen hatte uns wieder eingeholt.

Ein was Gutes hatte er schon; man erkannte nicht sofort, dass wir noch keinen Abwassertank hatten. Wir haben zwar morgens noch schnell extra einen knallroten Hagebaumarkt-Eimer gekauft, damit sich keiner übertrieben aufregt, aber der wurde bei dem Wetter knapp neben den Abflussrohr positioniert. 😀 Memo an mich: Vorm losfahren nicht vergessen!

Tag 3

Morgens dann endlich schönes Wetter. 🙂

Trotzdem ließen wir uns nicht lange aufhalten und zogen weiter nach Verona.

Kurzbesuch mit dem ersten italienischen Eis an der Arena.

Und wenn wir schon mal hier sind, kann man auch DEM Balkon einen Besuch abstatten. Auch wenn er erst nachträglich angebaut wurde um uns Touris anzulocken.

Zum Mittag den Rest Pasta in einer Seitengasse vertilgt und weiter Richtung Küste. Ziel: La Spezia.

Der Hafen ist aber auch fast das einzige Schöne hier. Bekannt ist La Spezia für seinen etwas außerhalb gelegenen Marinehafen. Ansonsten viel Industrie. Eigentlich schade, bei der schönen Lage in einer Bucht umgeben von Bergen.

Da es schon später Nachmittag war, fuhren wir die Steilküste entlang auf der Suche nach einem schönen Plätzchen für die Nacht.

Tag 4

Auf dem letzten Foto ist ein Pfeil. Das ist die Stelle wo heute morgen, nach einer Nacht mit Meeresrauschen, dieses Foto entstand.

Jetzt noch schnell Frühstücken und dann auf nach Pisa. Bzw. erstmal irgendwo halten und k*cken.

Und zwar in Marina di Massa in einem kleinen schönen Cafe.

Nachdem wir alle Geschäfte inklusive Einkaufen im Coop erledigt hatten, ging es nach Pisa.

Eine Stunde genügte uns dafür. Außer Pfusch am Bau und ein Museum gibt es da leider nicht viel zu sehen.

Da das Wasser doch noch recht kühl war (16°C), fuhren wir weiter nach Süden.

Die Küstenstraße ist so schön, dass wir kein Foto gefunden haben, was auch nur annährernd unsere Eindrücke wiedergibt, deswegen lassen wir das weg. In Follonica fanden wir einen schönen Strandabschnitt.

22 °C Luft, knapp 20 °C Wasser, schätze ich. Da es hier einen kleinen Campingplatz gibt, buchen wir einmal all in.

Nachdem ich ne Runde im Wasser war – meinem Mimöschen war es zu kalt – ging es ans Kochen. Schließlich haben wir heute einen guten Fang gemacht. Also eigentlich hat der Fischer den gemacht. 😉

Wein für mich allein *reim* 😀
Lecker wars. Und nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun. Statt weiter zu reimen machen wir jetzt Letzteres.

Tag 5

Angeregt durch eine Nachricht von Zuhause, wir sollten uns doch mal „ne Pause gönnen“, sind wir bis nach dem Mittag auf dem Campingplatz geblieben. Ich hab mich im Wasser treiben lassen und Julchen am Strand. Es sind leider erst 22 °C. Also weiter nach Süden.

Jetzt sitzen wir in der Bar Giulia in Porto Santo Stefano. Das liegt auf einer Halbinsel, dazwischen 2 Lagunen.

Um dies richtig sehen zu können, musste ich unbedingt auf den höchsten Punkt der Halbinsel fahren. 🙂

Bei der Aussischt kann man ruhig mal etwas verweilen. Also gab es erstmal einen Mokka aus der neu erworbenen Bialetti.

Auf dem Weg zum Hafen wo sich die Bar befindet, ergab sich ein schönes Bild von Porto Santo Stefano. Eigentlich wollten wir mit dem Besitzer des kleinen Bootes mal für ne Woche tauschen, doch ihm war Siegbert zu groß für die Straßen hier… 😀

Tag 6 und 7

Da unser Stellplatz für die Nacht eher als inoffiziell zu bezeichnen war, fuhren wir auf den rechten der drei Lidos zum Frühstücken und Baden. Also ich war baden.

Danach ging es weiter Richtung Rom. Über den mittleren Lido durch Orbetello.

Auf dem Weg kamen wir in Santa Severa an schönen Badebuchten vorbei. Lufttemperatur 24 °C. Das lässt hoffen.

Als wir an Rom vorbei waren, fanden wir ihn; den Strand der Römer. Einen Abschnitt ohne jedes Hotel oder Campingplatz südlich von Lido di Ostia. Nur Strand und Wasser.

Wenn man es über den heißen Sand geschafft hat, wird man mit kristallklarem Wasser belohnt. Gerade warm genug für Julija, die auch endlich drin war (hab ich vor Erstaunen glatt vergessen zu fotografieren).

Nach dem Baden wollten wir uns mit dem restlichen Wasser abduschen. Dafür hob den Tank etwas schräg an. Ging auch kurz, dann flog der Anschluss an der Pumpe weg. Abgebrochen. Die letzten 10 Liter haben sich anschließend gut im Auto verteilt. Aber es sieht aus, als ließe es sich kleben. Den Rest das Tages verbrachten wir damit „Colla“ zu suchen. Dieses italienische Wort für Klebstoff kennt irgendwie nur Google. Aber mit ein bisschen Glück haben wir dann im „Conad“ welchen gefunden. Ich lass es noch aushärten, bin aber guter Dinge.

Dann wollte Siegbert plötzlich Aufmerksamkeit – „Motor überprüfen lassen“ – Notlauf ohne Turbo… Zum Glück konnte ich auch das lösen, ein Unterdruckschlauch war eingerissen. Er ließ sich zum Glück kürzen. Nur konnten wir, da Wochenende, noch niemanden finden der „errore eliminare“. Egal, fährt wieder normal.

Aufgrund der Zwischenfälle, haben wir fast nen halben Tag verloren, auf irgendeinem Parkplatz übernachtet und sind direkt weiter bis kurz vor Neapel gefahren.

Bei Baiae bei Pozzuoli vor Neapel und haben wir einen schönen Stellplatz gefunden, waren baden und sind in dem kleinen Dorf gewesen, wo wir das Champions League Finale schauten und eine unvergessliche Fischplatte aßen. Diese „Platte“ bestand aus acht Teller mit allen möglichen Meeresgetier für 14 €.

Tag 8

Da das Wetter wieder nicht so recht mitspielen mag, sind wir heute nach Neapel gefahren.

24 °C und diesig. Sonst wäre die Aussicht von St. Elmo auf den Golf von Neapel sicher noch viel schöner.

Abende saßen wir in einer kleinen Pizzeria und ließen es uns gut gehen (erstes Foto links wo die Tische stehen). 🙂

Tag 9

Als wir Richtung Vesuv aufbrachen hatte Siegbert vergessen, dass was nicht in Ordnung war – Fehler gelöscht, auch gut.

Der Aufstieg auf den Vesuv war zwar echt anstrengend, aber dafür wird man auch mit einem richtig schönen Ausblick belohnt. Links erkennt man wie sich der Weg hochschlängelt. Wer es nachmachen will, sollte festes Schuhwerk anziehen, was danach komplett eingestaubt sein wird. 😀 Und nehmt ausreichend Wasser mit.

Begleitet wird man von einer Menge Eidechsen. Julija hat insgesamt 19 gezählt. Wieviele doppelt weiß keiner. 😉

Hier sieht man rechts Neapel und links Pompei.

Der Vesuv soll ja nach wie vor aktiv sein. Das ist aber wohl nur Wasserdampf – oder jemand macht jeden morgen ein Feuer für die Touris. 😀

Mittags waren wir wieder unten und machten uns auf dem Weg nach Pompei. Ich hab mich etwas verfahren und Julchen dachte schon, jetzt geht’s nicht weiter. Aber natürlich passte Siegbert durch – gerade so. 🙂

Am Nachmittag haben wir die Ausgrabungen besucht. Wer die Möglichkeit hat und mal in der Nähe ist, sollte sich das unbedingt anschauen. Man fühlt sich wie in eine andere Zeit versetzt. Plant dafür aber lieber einen ganzen Tag ein. Hier stehen nicht nur halbe Mauern. Man kann die Gebäude betreten, durch wieder angelegte Gärten gehen und fast jede der alten Gassen erkunden. Aber seht selbst.

Am Abend waren wir dann bei Pina, der Stellplatzbetreiberein im Ferienhaus zusammen mit zwei anderen deutschen Paaren essen. Im Hintergrund erkennt man nochmal den Vesuv.

Also eigentlich war es ein deutsches Paar und ein deutsch-italienisches. Er stammt aus dieser Gegend und machte den Abend und auch den folgenden noch kräftig Stimmung. Waren zwei sehr schöne Tage in Pompei.

Tag 10 und 11

Es gibt hier zwei Stellplätze direkt im Ort. Einer ist eine große Betonplatte. Wir sind auf dem anderen bei Pina. Area di Sosta della Famiglia Ametrano in der Via Antonio Segni 23 in Pompei. Privat betrieben auf einem großen Hinterhofgrundstück. Uneingeschränkte Empfehlung.

Nach dem Frühstücken ging es zum südlichsten Ziel unserer Reise. Der Amalfiküste. Eigentlich wollten wir die Amalfiküstensstraße komplett fahren und irgendwo südlich davon Halt machen. Man muss dazu sagen, dass die Küstenstraße nach dem letzten großen Erdrutsch 2010 – kleine gibt es immer mal wieder – eigentlich komplett gesperrt bleiben sollte. Die Anwohner haben jedoch alle Barierren und Hinweisschilder entfernt. Für Wohnmobile ist sie jedoch bis heute gesperrt, da viele Touristenbusse dort lang fahren und es kaum Stellen gibt, wo man aneinander vorbeikommt. Nun sind wir in solchen Fällen ja kein Wohnmobil, sondern ein Transporter. 😉 Alle haben gesagt, ich soll es nicht machen, ich wollte trotzdem. Allerdings argumentierte man dann damit, dass wir da nicht anhalten könnten. Das hätte bedeutet es gäbe kaum Fotos.

Also leihten wir einen Motorroller aus. Darf ich in Italien eigentlich 200 ccm mit Klasse B Fahren? Der Verleiher winkte nur lachend ab. 😀

Als erstes wollten wir ein schönes Cafe mit Aussicht ansteuern. Überall gingen Treppen runter, also hielten wir, begannen den Abstieg und stellten fest, dass es wohl ganz runter geht. Der Aufstieg danach dauerte 20 min, aber es hat sich gelohnt 😀

Insgesamt fuhren wir fast genau 100 km.

Als wir dann über die Berge zurück fuhren, ergab sich noch einmal ein schöner Ausblick auf das gesamte Tal um Pompei bis zum Vesuv (links) und dem Golf von Neapel (zu weit links für das Bild). Es war ein richtig schöner Tag an der für uns bisher schönsten Küste. Man kann die Eindrücke weder in Worte fassen noch auf Fotos festhalten.

Tag 12

Morgens hat es leicht geregnet, stört uns aber nicht so. Vielmehr stört uns, dass wir so langsam den Rückweg antreten sollten. Also zurück Richtung Rom und auf besseres Wetter hoffen.

Rom – die „Ewige Stadt“ – war bestimmt mal richtig schön. Klar, viele Sehenswürdigkeiten, in der Altstadt gibt es an jeder Ecke was zu staunen – alte Gebäude, prunkvolle Kirchen, Vatikanstadt. Aber es ist leider überall dreckig, stinkig und eklig. Selbst für süditalienische Verhältnisse ist es hier wirklich übel. Es stinkt überall nach P*sse und alles was nach Ende des römischen Reiches gebaut wurde ist kaputt.

Okay – ein paar schöne Ecken haben wir gefunden.

Spanische Treppe – gesperrt
Phanteon – geschlossen
Kolloseum waren wir zu spät, war auch schon zu.

Zumindest ein schönes Erinnerungsfoto haben wir gemacht.

Und eine schöne 3D-Deckenmalerei in einer Kirche endeckt.

Der Weg zurück zum Stellplatz war römisch – also chaotisch. Unser Bus kam nicht, obwohl er es laut „Plan“ sollte. Also mussten wir „Ewig“ auf so etwas wie eine Tram warten. Da hatten wir schon so ziemlich genug von der „Ewigen Stadt“.

Nachtrag:

Der Bericht über Rom ist natürlich etwas dem Frust geschuldet. Kurz darauf erschien ein Artikel über Rom in der Mittelbayerischen Zeitung. Ist das Nachtreten, wenn ich den jetzt hier reinpacke? Egal, die Zeitung hat sicher kein Problem, wenn ich ihre Reichweite erhöhe. Erwähnt hab ich sie auch, also dem Copyright solte genüge getan sein.

Es ist wirklich traurig um die „Ewige Stadt“, mehr ist dem dann aber auch nicht hinzuzufügen.

Tag 13

Wir sind früh aufgebrochen Richtung Florenz. Wieder Regen bei 18 °C. Dafür waren wir von Florenz sehr begeistert. Wer das Spiel Assassin’s Creed II kennt, findet sich in Florenz auf Anhieb zurecht. 😉 Dort wurde nicht viel verändert und nahezu jedes Haus im Zentrum ist Jahrhunderte alt und sehr gut erhalten. Nur Leonardo da Vinci haben wir nicht getroffen.

Im Mittelpunkt von Florenz steht der Dom mit Turm. Im Spiel erklimmt man hohe Gebäude über die Außenfassade. Runter gehts per Sprung in einen Heuhaufen. 😀 Real gibt es eine Treppe mit 414 Stufen. Da es nur diese eine Treppe für hoch und runter gibt, ist es zusätzlich anstrengend. Ich glaube fast über die Fassade wäre einfacher gewesen. 😉

Von oben hat man dafür dann einen sehr schönen Blick über Florenz und bei besserem Wetter sicher auch über weite Teile der Toskana. Wir hatten Regen.

Natürlich gab es auch noch das Erinnerungsselfie.

Die Fassaden nochmal ohne störende Touris im Vordergrund 😉

Abends haben wir in Florenz hervorragend gegessen, sind dann direkt weiter bis an den Gardasee gefahren und haben auf dem Platz übernachtet, wo wir schon auf dem Hinweg standen.

Den letzten Tag haben wir bei Verwandten im Sarntal verbracht.

Nachts um eins waren wir zurück in Leipzig und sanken glücklich nach wunderschönen und ereignisreichen Flitterwochen in den Schlaf.

T

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